
ein untrügliches zeichen dafür, daß das frühjahr naht, sind die zwitschernden vögel. ja ja ich gebs zu, das ist nun wirklich kein fulminanter einstieg in die frühlingsdebatte, aber wahr ist halt. oder stadtmensch? auch schon von singenden vöglein geweckt worden? übrigens hat es jenes unschuldig zwitschernde himmelswesen schon zu literarischen hochehren gebracht, schon vergessen, jaja es war doch die nachtigall und nicht die schnöde lerche, der anzeiger des morgens und damit das nahe ende der liebesnacht, zwischen romeo und julia. seither sollten alle, und damit sind wir übrigens wieder beim thema, in sachen liebesdingen tätigen personen auf die rufe der gefiederten freunde achten. sie verraten wichtige details, die manchmal lebensrettend sein könnten...
geduld, geduld, mit dem naheverhältnis zwischen liebesdingen und dem lenz werden wir uns später eingehender beschäftigen. zuvorderst eine begriffliche klärung, lenz, was heißt das überhaupt. lenzmonat, sich einen lenz machen, achja, da fällt mir noch ein lenziges vokabel ein, so ein lieblingswort: faulenzen. lenz geht zurück auf lengzo althochdeutsch für lang. damit ist die jahreszeit der länger werdenen tage gemeint, die ja in der tat merkbar länger werden. nein, ich will jetzt nicht eine debatte über die sinnlosigkeit der sommerzeit vom zaun brechen. das ist eine andere geschichte.
das ist es also, mehr zeit, ja und wo mehr zeit, da mehr muße, soviel ist klar - weil zu muße braucht es notwendig als einen essentiellen bestandteil eben zeit, in form von frei, also freizeit. und wenn nun bei zeit und muße männlein und fraulein zusammengeraten, das ganze gewürzt wird durch hinzufügen einer ordentlichen ration hormone, ja dann kommen wir auf einer direttissima zu den liebesdingen, die zwangsläufig sind mit längerwerdenden tagen. und damit verbunden, mit immer laueren abenden finden sich genügend gelegenheit der zweifachen muße zu frönen. das ist, soweit ich weiß, seit alters her so. dies belegend will ich nur das botticelli gemälde la primavera also der frühling anführen. dort wird die titelgebende figur (selbst eine allegorie) von allerhand allegorischen gestalten begleitet. nebem dem kriegsgott mars, dem windgott zephyr ist natürlich amor mit im spiel. der darf im des frühlings nie fehlen. da fällt mir noch ein sprachliches detail auf: im ital. heiß es la primavera, in dt. der frühling. die dt. sprache hat aus der linden allegorischen getalt der primavera einen herrischen gebieter des wachstums gemacht. naja, vielleicht auch notwendig im rauheren norden, wo der strenge winter mit härteren bandagen vertrieben werden muß als im linderen süden.
und was tut mars, nun der sorgt dafür, daß im garten des frühlings krieg, streit und zwietracht außen vor bleibem auf daß sich muse und lenz, also lange zeit einstellen kann. dies ist der momentanen zeit auch zu wünschen, einen mars der alle unbill abschirmt, so sich muse einstelle, anstatt zwang zur zweisamkeit, der momentan an allerhand plakaten ausgerufen wird.
wo ich das herhabe?
bitte...