03 Juni 2008

über stellen

im detail, so weiß der volksmund, im detail steckt er, der leibhaftige, der klumpfuß, der gehörnte. na, dann lassen wir ihn herein. mal sehen was er uns heute so mitbringt. dieser schalk, der er ist, der bockfüßige bringt nichts mit, nein er stellt. und was er damit anstellt. halt, nicht so schnell, jetzt sind wir schon mitten im thema, dem stellen.
beginnen wir doch gleich mit dem eben genannten, dem an-stellen. der geneigt leser möge doch zugeben, das ist ein großartiges wort. man kann das radio anstellen, den fernseher, einfach durch drehen (eher früher) oder drücken (eher heute) eines knopfes. schon ist seine  freizeit gerettet, will heißen  durch wort, klang oder bild ausgefüllt, über deren qualität läßt sich freilich trefflich streiten. ich will hier, bei gott, keine diskussion über den qualitätsverfall der medien anzetteln, das soll an anderer stelle besprochen werden. man kann aber noch einiges anderes anstellen. untaten beispielsweise, was wären die erzählungen der erwachsenen, namentlich zu späterer stunde, in denen der alkohol schon greift, ohne die anekdoten aus der jugendzeit, was man nicht alles angestellt hat. größere und kleinere lausbubenstreiche, die mit der distanz immer lustiger und ja auch immer ausgeschmückter werden. wie die gefangenen fische der leidenschaftlichen angler halt. falls man keine zum besten geben kann, möge man sich doch an der kasse des örtlichen kabaretthauses anstellen, um sich inspirieren zu lassen, aber bitte in zweierreihen. so wie sich das gehört.
man kann aber auch auf-stellen. ganz harmlose dinge beispielsweise, wie bleisoldaten des herrn sohn, die leider in der leidenschaftlich geführten schlacht (um)gefallen sind. oder man versuche doch seine eigene familie in den einschlägigen seminaren aufzustellen, die es mittlerweile durchaus in einer vielzahl gibt. dabei ist eine portion hausverstand und skepsis durchaus angebracht, außer man will unbedingt diverse blaue wunder erleben. oder auch aus-stellen, dazu habe ich mich bereits ausgelassen.
da laß uns doch lieber eine pizza be-stellen, wenn möglich per express, damit der käse noch schön weich bleibt, oder aber jenens super t-shirt des neuen katalog von, ähm wie hieß nochmal die firma ... blöd nur wenn vor lauter bestellerei bei diversen versandhandelsketten die eigen kohle derart schrumpft, daß nur noch der privatkonkurs das allerschlimmste verhindern kann. 
vielleicht sollte man diese praxis doch rechtzeitig ab-stellen, um das finanzielle gleichgewicht wieder her-stellen? ich will hier niemanden etwas unter-stellen, schon gar nicht diverse schulden, doch handelt es sich hierbei um eine gängige praxis, wer einmal die notverkaufssendungen im tv gesehen hat, wird mitr recht geben, es scheint sich hierbei um einen künstlich herge-stellten konsumwahn zu handeln. 
das muß man unbedingt um-stellen., andernfalls wird man stante pede ins irrenhaus über-stellt. auch nicht lustig.
ja ja ist schon gut, ich stelle mich der höheren gewalt und stelle das gestell nun ab.

25 April 2008

über aus-stellung

"ein männlein steht im walde, ganz still und stumm, es hat aus lauter purpur ein mändlein um.", so berichtet ein altes kinderlied aus anscheinend fernen tagen. es erzählt von einen männlein das da still und stumm im walde steht und nur mit einem purpurenen mantel bekleidet ist. ein pilz, genauer ein fliegenpilz wird hier protagonist eines liedes.
das ist heute viel zu fad, was: alleine, wie: stumm, wo: nur im wald, nein damit kann man keinen blumentopf mehr gewinnen. in unserer kultur, in der die wichtigste währung die aufmerksamkeit und die auftrittsminuten im fernsehen sind ist so ein lied schon fast ketzerisch. wollen wir es also dem zeitgeist entsprechend umformulieren.
"ein männlein steht im kunsthaus ganz laut und dumm. es hat aus lauter gar nichts ein nacktkleid um. sag was mag das männlein sein, das da steht im kunsthaus rein". die momentan allseits beliebte  kunstform der performance begegnet den p.t. kunstbesucher derzeit auf schritt und tritt. merkmale dieser neuen schaffenskraft sind ein oder mehrere protagonisten, die mit mehr oder weniger (meistens weniger) kostümen, sich verzweifelt daran abrackern, das p.t publikum zu schockieren. flankiert werden die darsteller, (die eigentlich keine darsteller sein wollen, sondern eben künstler) von kameras, welche das geschehen hautnah verfolgen und direkt auf eine leinwand hinter oder neben den künstlern projizieren.  das geschehen wird hier praktisch gedoppelt durch den auftritt der figur und dessen abbild auf der leinwand. so weit so fad. warum aber fad. nun, das hängt wohl mit der sinnleere des dargestellten zusammen, man kann sich oft des eindruckes nicht erwehren, der sinn der vorstellung liege in der präsenz des künstlers im öffentlichen raum. und nur das, d.h. eigetlich will der/die künstler nur auf einen bühnenähnlichen raum und suche verzweifelt nach einen vorwand, der ihm/ihr das ermöglicht.
ich kann dieserr vorgehensweise keinen vorwurf machen, die vorbilder für ein derartiges vorgehen finden sich zuhauf. ich denke da an die unsäglichen riesigen plakatwände, die irgend einen billigen und meistens blöden vorwand suchen, in riesigen lettern den firmennamen und das produkt in den öffentlichen raum zu pressen. ich habe mich schon mal an anderer Stelle über dieses phänomen ausgelassen. die penetrante präsenz von nichtssagenden sog. skandalnudeln im öffentlich rechtlichen und privaten fernsehen tut ihr  übriges. da sitzen menschen "mit schicksalen", laut  eigendefinition der jeweiligen sender und lassen der mehr oder weniger interessierten öffentlichkeit an diesem schicksal teilhaben. so als eine art öffentliche psychotherapie. diese werden dann an andere stationen und sender weitergereicht und erlangen, und um das geht es ja, einen gewissen bekanntheitsgrad.
nicht die wichtigkeit oder brisanz der aussage steht im vordergrund, sondern allein die aus-stellung des eigenen seins, eigentlich der eigenen unzulänglichkeit. ich habe auch nicht mehr zu sagen als ihr, seht her, ich bin einer von euch. das heißt, jeder der zuschauer könnte jederzeit den platz vom zuschauenden mit jenem des zugeschauten wechseln. somit ist das geschäft der öffentlichkeit demokratischer geworden. bewundert wird, wenn überhaupt noch irgendetwas, die courage, dort zu stehen und die aufmerksamkeit auf sich zu kumulieren. 
die p.t. kunst- und kulturschaffen mögen sich des alten kinderliedes entsinnen und ein resümmee ziehen: wer nichts zu sagen haben sollte, der möge doch, im interesse von allen, schweigen. aus anstand.

16 April 2008

über glatzen


"il lupo perde il pelo, ma non il vizio" weiß ein italienisches sprichwort, will meinen: eine katze läßt das mausen nicht. wörtlich übersetzt heißt das sprichwort: "der wolf verliert zwar sein fell, nicht aber seine untugend".
der neuen ministerpräsident jenes landes, dessen provenienz das obige ist, dieser nun ist so ein fellverlierender wolf. um sein verbleibendes fell, ähm entschudigung, haarkranz  war natürlich gemeint, zu retten, hat er sich schon transplantationen selbiger unterzogen und dies auch freimütig öffentlich eingestanden.  über dieses (f)akt ist bereits reichlich diskutiert worden, und soll daher an dieser stellen nicht weiter ausgeführt werden. 
viel interessanter aber gestaltet sich die frage nach den "vizi", den untugenden, die ja in reichlicher zahl zu finden sind. erinnert sich der deutsche sozialdemokrat und damalige parlamentssprecher des eu-parlaments schmidt an einen der typischen berlusconianischen witze? er schlug diesem vor, ihn für die besetzung einer filmrolle, jener des capo eines konzentrationslager, zu berücksichtigen. oder kennt noch wer den mussolinigruß neben den faschistendenkmal "siegelsplatz", mit dem er anläßlich eines besuches  in bozen seine gesinnungsfreunde dort begrüßte, ein witz, wie er späte beteuerte. nur eine person hat es bisher geschafft, den wollverlierenden wolf zu einer öffentlichen entschuldiung zu zwingen. seine eigene frau! sie warf ihm in einem öffentlichen brief an die linksliberale römische zeitung vor, ihre ehre als ehefrau diskreditiert zu haben,  weil er einer blonden statistin in einem tv-studio angeboten hätte, diese zu heiraten und mit auf eine einsame insel zu nehmen. er hat sich entschuldigt, ebenfalls in einem offen brief, öffentlich abgedruckt. nicht die tatsache, daß da öffentlich persönliche schmutzwäsche des berlusconianischen ehelebens gewaschen wird hat beeindruckt, sondern die tatsache: seinen ehefrau war bis dato die einzige, die dem wölflein ein eingeständnis abgerungen hat: seine witze gehen prinzipiell immer auf kosten von anderen. und dieser andere hat das recht, wenn nicht die pflicht, sich zu wehren und den angreifer, den solche üblen witze sind immer auch gleichzeitig ein angriff, in dessen schranken zu weisen. nur geschieht dies halt selten.
und nun gibt sich silvio am morgen nach geschlagener wahl geläutert, das wölflein scheint kreide gefressen und den schwanz eingezogen zu haben: "ich werde ein anderer ministerpräsident sein als 2001" raunt er seinen geislein zu, "ich werde die probleme des landes lösen". ja, fehlt nur noch, daß er dem p.t. wahlvolk eine manikürierte hand reicht, um seines wölfische prinzip zu kaschieren. im gegensatz zum anklingenden märchen wird er wohl kaum das p.t. wahlvolk verschlingen, da überschätzt man seine verdauung doch beträchtlich. aber er wird weiterhin das land als ein ureigenstes interessengebiet ansehen, italien als erweitertes fininvest-projekt sozusagen. desgleichen wird er seine person und seine kaufmännischen interessen vor der ungebetenen jurisprudenz durchaus zu schützen wissen, all jene verfahren, die noch gegen seine person und seine gefolgsleute anhängig sind, (und das sind noch einige) werden in den nächsten wochen auf ganz überaschende weise gütlich beigelegt werden. (verjährung oder sonst was, es wird der neuen regierung schon was kreatives einfallen, um die verfahren zu stoppen). genau so, wie er es die beiden vorangegangenen amtsperioden auch gemacht hat.
warum sollte er auch anders handeln, um in den geschichtsbüchern lobend erwähnt zu werden?ach was, dieser mann hat ein imperium aufgebaut, glaubt irgendwer auf dem planeten, daß dieser sein imperium, das nun in den händen seiner kinder ruht, daß dieser ebendieses riskiert,  um des guten rufes willens. "ist der ruf denn ruiniert, lebt es sich recht ungeniert", wie ein weiteres sprichwort zu sagen pflegt. warum sollte ein 71 jähriger mann plötzlich vollkommen entgegen seinen bisherigen prämissen handeln, weil er es nur vor laufender kamera verspricht. glaube das wer will, die fakten sprechene einen andere sprache.
dem wölflein werden wohl keine neuen haare wachsen, das fell wird wohl dünner werden, sein "vizio", seine absichten, hat der mann deswegen noch lange nicht geändert.

15 April 2008

über ausgänge und auswege

es gibt gebäude, vorzugsweises viele neubauten - also gebäude neuesten datums, da fällt der eintritt in das mehr oder weniger große haus leicht, einladend große tore, die sich noch dazu automatisch öffnen. aber, den ausgang vermag man partout nicht zu finden. so z.b. das neue spitalsgebäude in innsbruck. man irrt also zwischen beton und glas herum, glotzt durch die riesigen durchsichtigen fronten, vermag das ziel - die außenwelt gut auszumachen, allein, glas ist hart. man entdeckt immer neue wege und gänge und fragt sich verwundert, ob man doch irrtümlich sich in einer mittelalterlichen stadt wiederfindet. nicht immer, wo man leicht hineinkommt, kommt man auch wieder leicht heraus. ich bin versucht, die behauptung aufzustellen, es hat was gesetzmäsiges, überall wo man leicht eintritt, fällt der rückzug besonders schwer.
das gilt nicht nur für physische gebäude, sondern auch und vor allem für politische entscheidungen. nun hat das p.t. wahlvolk, allesamt ausgezeichnet mit einem italienischen paß, entschieden. und wie! sie hat hrem rattenfänger zum dritten(!) mal eine satte mehrheit verpaßt, er mag nun, da er sich am morgen nach der wahl geläutert gibt: "ich werde nicht der ministerpräsident sein, der ich während der letzten amtszeit war." naja, geht ja auch schlecht, viel zeit ist dazwischen vergangen, er ist um einiges älter geworden und  die politische landschaft hat sich auch geändert. aber, es gebietet die höflichkeit, (welche der gewählte herr nur in ausnahmefällen kennt), diese ansage vorderhand ernst zu nehmen. was ändert sich also, scheinbar nichts. die regierungskoalition ist dieselbe wie während seiner letzten regierungsperiode. seine eigene partei (oder doch firma?) regiert nun mit den zentristisch eingestellten neo(wandel)faschisten, (deren spitzenpolitiker fini eine der erstaunlichsten wandlungen vollzogen hat) und der separatistischen lega nord. diese hat, man höre und staune, ihr wählervotum im vergleich zur letzten wahl, verdoppelt. und das, obwohl ihre spitze, aufgrund eines hirnschlages, für lange zeit im wahrsten sinn k.o. lag und überdies kaum in den öffentlichen medien in erscheinung trat. aber der norden, vor allem die regionen lombardei und venezien, scheinen ein undefinierte angst in ihrem nacken zu spüren, die sie bewogen, für ihren eifrigsten rächer und kämpfer zu votieren. dagegen steht die alleanza nazionale, für die eine jegliche form von separatismus oder auch nur regionalismus ein rotes tuch ist. der süden fürchtet sich abgeschnitten von der staatlichen autorität und seinen vollzugorganen, namentlich judiskative und exekutive, wohl auch vom finanzstrom, falls auch nur das böse a- wort, autonomie und r- wort regionalismus in den mund genommen wird.
und so wird die regierung weiterwursteln wie bisher, da ein reförmchen, dort eine gesetzesänderung. der paragrafendschungel, wo der wildwuchs fröhliche urständ feiert, wird wohl kaum eine machete und motorsäge zu sehen bekommen.
der ausweg aus dieser sackgasse wir wohl ähnlich schwierig sein, wie aus so manch einem modernen gebäude. genaugenommen wahrscheinlich schwieriger, möchte ich vermuten. da muß die herrschende kaste und auch das p.t. pubblico auf liebgewonnene privilegien und vorteile verzichten und wieder einmal eine ganz neue tugend an den tag legen, die heutzutage fast schon vergessen zu sein scheint: rücksicht auf das allgemeinwohl. also abkehr von dem allseits propagiertem egoismus. sonst bleibt nur ein ausgang, den über die staatsgrenze.

14 April 2008

über "schon wieder waalen"

also was jetzt, der souverän hat seine meinung nicht richtig kund getan, er möge doch bitte sehr noch einmal sprechen? nach nur zwei jahren versucht italien also erneut wieder eine stabile, klingt fast wie ein hohn, mehrheit in parlament und senat zu finden. man ist versucht, genervt und angewidert ihnen den rücken zu kehren, mögen sie doch suchen, sie werden keine finden, weil es die stabilität in dem land schlichtweg nicht gibt. aber so einfach ist es leider auch nicht.
das brechtsche diktum, "und wenn die mächtigen mit den untertanen nicht zufrieden sind, dann mögen sie sich doch ein neues volk wählen" ist hier so aktuell wie selten. bloß entstammen die sogenannten mächtigen halt auch aus dem selben volk, will heißen, sind aus dem selben holz geschnitzt. und gleich wie landsmännische holzfigur, der zum unterschied zu den ersteren bei groben lügen die nase wächst, erwachen beide zu leben, und werden sehr umtriebig. man verspricht, ja das blaue vom himmel oder das azzurro von ebendort, wer es poetischer mag, man gibt sich betont leger, feixt, erzählt dem versammelten p.t. pubblico tumbe witze, und verhält sich insgesamt ganz normal korrupt, so als wäre es das normalste der welt, gegendienste für seinen beruf zu verlangen. schon eigenartig.
willkommen also in einem land, das den ausnahmezustand zum normalzustand erklärt hat. das sich schlachtfeste in fußballstadien erlaubt, deren schlachtenbummler ihren namen noch gerecht werden, das steuern fast notorisch prinzipiell im nachhineine zum ermäßigten tarif via straferlasse zahlt, das sich von einem schmarotzerischen substaatlichen gebilde, die mafia in all ihren ausprägungen, nicht und gar nicht lösen kann. dessen kritische intellektuelle stimmen (gibt es diese überhaupt noch?) nicht über den brenner herüberhallen.
was soll man da bloß machen, fragt man sich ob der fragen verzweifelt. klar, man muß was tun, bloß was? die deutschen fastnachbarn bitten, das land einzunehmen, wie beppe grillo in einem aufruf, abgedruckt in der "zeit" gefordert hat, oder wie es eine verzweifelte wählerin in sizilien formuliert hat: man muß italien unter die oberhoheit der eu stellen. 
soll man tatsächlich dem land die nationalstaatliche souverentität nehmen? das ist allerdings starker tobak für die machistischen tendenzen des landes. betrachtetman die politische sache und die geschichte des landes näher, erschließt sich sehr rasch, das sie nation italiens eine ziemliche fiktion des 19. jh. ist, die genaugenommen noch immer nicht wirksam wurde. zu beginn des 19. jh. war das land noch tief gespalten, zwischen habsburgerischen territorialansprüchen im norden (venedig und mailand), kirchenstaat und bourbonen im süden. binnen weniger jahren wurde das land geeint und federführung des piemontesischen königreiches. aber, auch heute noch legen die einwohner der jeweiligen städte, wie mailand, venedig, rom, palermo etc. die patronanz ihrer unmittelbaren herkunft zu sein, und erst in zweiter, wenn nicht gar in dritter hinsicht italiener zu sein. der staat ist weit weg, nicht nur in den köpfen des "meridione" des südens, auch in jenes der nördlichen länder. daher ist es auch verständlich, wenn es als kavaliersdelikt gilt, den staat als solchen zu betrügen, vermutet man doch selbiges auch von diesem. um die starken zentrifugalkräfte, die seit anbeginn der einigung italiens herrschten einigermaßen zu unterdrücken, verordnete sich das land einen mächtigen zentralstaat, mit einem absurden auswuchs an bürokratie. so dauerte die erstellung eines passes, der selbstverständlich in rom erlassen  wurde, egal wo der antragsteller seinen wohnsitz hatte, ob am brenner oder in sirakusa in sizilien, durchaus ein halbes jahr. das nur ein willkürliches beispiel. mit einer hamme speck ließ sich dieser vorgang entscheidend beschleunigen. 
die medizin, die dem kranken mann italiens verschrieben werden muß wird äußerst bitter und langwierig. sie heißt, eintritt in die europäische normalität, ausweitung der selbsverwaltung der kommunen und vor allem, die bewohner sind aufgerufen, ihre staatsbürgerlichen pflichten ernst zu nehmen. 

18 Juli 2007

über die hitze

hurra, wir können von rekorden vermelden. höchste je gemessene temperaturen, wärmstes jahr überhaupt. gemessen an den durchschnittstemperaturen. gletschereis und wasserreserven schmelzen gleichermaßen dahin, so wie die vanilleeistüten, bloß hinterlassen erstere keine klebrigen abdrücke. zweitere hinterlassen einzig und allein bedrohliche fehlstellen, die alle daran erinnern, daß da mal was war. die bauern in den bergregionen sorgen sich jetzt schon um die bewässerung ihrer felder und obstanlagen, ganze landstriche drohen zu vertrocknen. das wäre doch auch wieder eine höchstleitung. so wie damals 2002 als der po in italien fast völlig ausdttrocknete, wo einst ein breiter strom sich durch die gleichnamige tiefebene schängelte, fand man nur noch ein unansehnliche und wahrscheinlich gesundheitsgefährdende stein- und staubwüste. schauriger rekord, wahrlich. doch wie so oft bei rekorden, sei werden vergessen, die folgenden jahre waren anders, und der trockene po viel dem kollektiven verdrängen zum opfer. was nicht unmittelbar sichtbar ist, das ist nicht.
inzwischen wimmelt es in der welt nur so von klimagipfels, kundgebungen, konzerten für den klimaschutz und verwandten und bekannten veranstaltungen. man soll jetzt bitte nicht sagen, dies würde sowieso alles nichts bringen, da würden sich eine reihe von illustren zeitgenossen zu positiven persönlichkeiten hochinszenieren. aber nicht doch, alles was der sache nützt, kann gar nicht schädlich sein.
so ungefähr kann der einwand wohlmeinender menschen sein, denen die sache durchaus am herzen liegt. fakt allerdings ist, die derzeitigen saunaartigen zustände sind humanproduziert, nicht mal mehr dieser these feindlich gesonnene individuen wagen es, öffentlich das gegenteil zu behaupten. was aber auch nicht heißen muß, das sie völlig falsch liegen. in zweiten einer kollektiven viertelpanik, das zur zeit der klimawandel darstellt, gilt jede vm common sense abweichende meinung als höflich formuliert, unerwünscht, und wird dem entsprechend bekämpft, auch wenn sie sich einer gewissen plausibilität erfreut.
in diesem fall ist es ziemlich sicher, daß mit einer portion anstrengung und auch ein großes maß an eigenverzicht seht viel unheil sich leicht abwenden ließe. aber hier gilt das gleiche prinzip wie im dopinggebeutelten radsport, wer beginnt, hat zumindest am anfang keinen greifbaren vorteil sondern nur einen sichtbaren nachteil. und um ehre, gutem ruf und ebensolchem gewissen gehts in unserer industriegesellschaft, trotz der penetranten betonung des gegenteiles nicht. wiederum siehe radsport oder einfach die letzten großen wirtschaftsprozesse, ja genau z.b. bawag. also wer beißt als erstes in den sauren apfel und verzichtet auf kollektive automobile und ähnliche bequemlichkeiten. ja, das würden wir schon, wenn (kann man bitte mal den konjunktiv zumindest für eine zeitlang außer kraft setzten, kann das jemand mal veranlassen?)
und so werden wir uns halt weiterhin von grenzwertbeschlüssen und deren nachträglichen korrekturen weiterhanteln, bis es halt gar nicht mehr geht. dann aber, und da bin ich mir sicher, werden die rekorde nur merhr so purzeln. bin gespannt auf welchem papier diese dann gedruckt werden.

30 Juni 2007

über die zahlen

das wohl typischste merkmal unserer zeit ist die zahl. allüberall tritt sie uns entgegen, ob in breiten lettern als preisauszeichnung von akquisierbaren waren, als einheiten sportlicher höchstleistungen, als grade zur messung der menschlichen intelligenz. es gibt wahrlich nichts, wsa nicht gemessen, berechnet oder evaluiert wird. zahlen, zahlen allüberall zahlen. es hat den anschein, als wären wir im zeitalter des ausgehenden rationalismus zu bekennenden plationikern geworden, jenes griechischen philosophen, der in den zahlen die höchstmöglich abbildung göttlichen seins sah.
wir ranken uns gegenseitig in gazzetten, seinen es nun literaturbestsellerlisten oder die 100 wichtigsten künstler des landes, oder neuerdings, wie oft wird man selbst von der suchmaschine google gefunden. 1.000mal, 10.000mal oder gar 100.000mal. das sind endscheidende aussagen zur eigenen person, ich denke, in zukunft wird im paß nicht bmehr das geburtsdatum sehen, sondern das google suchranking, dann kennt jeder, den diesen paß sieht, um das gesellschaftliche ansehen der betreffenden person.
da findige wissenschafler jetzt auch noch vorgeben, die berechnungsformel für die attraktivsten kurven weiblicher schönheit gefunden zu haben, scheint es lediglich eine frage der zeit zu sein, wann den die ultimative quantitativ erfaßbare meßgröße für kreativität und individualität auf den nteressierten markt geworfen wird. jeder kann dan zuhause, anhand einfacher parameter, seine begabungen errechnen, und mit dem zustande gekommenen ergebnis hausieren gehen. man nehme eine handvoll jobbewerber, füttere einen großcomputer mit einer reihe von eckdaten dieser bewerber, harren einige minuten und schon spuckt die rechenmaschine den namen des geeignesten kandidaten, flankiert von seinen wichtigsten koeffizienten aus. das ganze prozedere arbeitet wunderbar objektiv und nachvollziehbar. mauscheleien und intrigen sind somit endgültig ausgeschlossen und gehören unwiderbringlich der vergangenheit an. blöd halt, wenn sich die meßgrößen selber nicht wirklich in zahlen gießen lassen, da kerativität halt ein zu weit gestecktes feld an eigenschaften ist, dem man mit paßgenauen abgrenzungen wohl kaum beikommen kann. allenfalls näherungs- und schätzgrößen werden dazu verwendet, diese aber dann auf die fünfte kommastelle genau.
in der schule ist es üblich, jeden furz, und sei er noch so stinkend, von den p.t. schülern zu bewerten, sprich diese mit einer ziffernote auszurüsten, und zu schulende den arithmetischen durchschnitt zu errechnen, der aufschluß über den lernerfolg, will heißen versetzung oder zurückweisung geben soll. gegebenenfalls kommen dazu noch abenteuerliche rundungs-koeffizienten ins spiel, die der ganzen sache noch die mathematisch- wissenschaftliche würze verleihen.
hurra, wir können messen und rechnen, hurra wir sind! heureka, wir können mit tabellen kalkulieren, der drucker spuckt bunte diagramme aus, die alles, aber wirklich alles über die betreffende frage ausagen. ob durchschnitsverbrauch an gas in einem haushalt, einkommen oder anzahl der durchschnittlichen seitensprünge. es lebe die zahl.
ich frage mich bloß, warum wir uns nicht gleichen großen recheckigen lcd-bildschirm verpassen lassen, nebst einer zentralrecheneinheit, die solche mathematischen operationen im nu erledigen. ja weg mit der menschlichen hülle, ist doch sowieso derart empfindlich und obendrein sterblich, laß uns zu einer machine umbauen, die rational und objektiv arbeiten, und obendrein derern einzelteile ersetzbar und auswechselbar sind. es lebe, ja hoch lebe die zahl.
dumm halt auch, daß eine vielzahl von nichtberechenbaren dingen dann halt flöten gehen, liebe z.b., intuition, kreativität und sprühende emotionalität. aber erlich geagt, wer braucht das schon.


03 Juni 2007

über die mobilität

heiliges mobil, gib uns unser fahrspaß heute, vergib uns unser zufuß gehen, und möge uns nie das benzin ausgehen. der heiligen kuh, dem automobil, wird wieder einmal gehuldigt. was alles suggeriert dieser blechkasten, freiheit, gesellschaftlichen status, unabhängigkeit, modernität, fortschritt (eigentlich müßte fortschritt umbenannt in fortfahrt werden, wer schreitet denn noch heutzutage). also alles eigenschaften, die als praktisches muß der heutigen zivilisation gelten.
und die schattenseiten, naja diese erscheinen als schlagzeiten in den gazzetten, wenn es ganz schlimm wird. das passiert meistens nach einem verlängerten wochenende, wenn die unfallbilanz wieder einmal gruselig in erinnerung ruft, wie gefährlich das automobil eigentlich sein kann. aber auch hier gilt. passiert nicht mir, nur den anderen. ich frage mich bloß, wer sind diese anderen, von denen man liest, daß sie nicht mehr sind. haben jene sich auch gedacht, nein kann mir nicht passieren, nur den anderen?
oh du angebetete benzinkutsche, wärst du bloß nicht so schwer, ich würd ich auf händen zur nächsten tankstelle tragen und dir mit sanften streicheln deine politur zum glitzern bringen. wie du mich so anstrahlst, mit deinen topmodischen xenon-tageslichtscheinwerfern, ich schmelz dahin, wie das jungfraueis in der derzeitigen sommersonne.
nur blöd halt, daß dein hinterteil einiges zum gletscherschmelzenden sommer beiträgt, aber dieser sound, also diese musik, die da aus den satten röhren dröhnt, wie ein open air in frauenfeld. überlegt betrachtet ist so ein mobil mehr als grenzwertig, da treibt eine maschine, die einem äquivalent einer pferdekutsche mit mehr als 100 rössern entspricht ein gestell an, das über einer tonne wiegt, nur um einen hintern zu bewegen, der selten mehr als ein zehntel davon auf die wage bringt. man stelle sich das mal vor, durch die straßenschluchten der modernen ballungszentren kurven derartige kutschen, mit einem gespann von über hundert rössern und einer gespannlänge von 200 metern. das gäbe staus, die rund um den erdball reichen würden. überall pferdemist, praktisch knietief, stinkend und dampfend wartet dieser vergeblich darauf, weggeschafft zu werden. wohin den auch, woanders siehts auch nicht anders aus.
oh du hochgelobte karosse, sei meiner gnädig, verweigere dich nicht, wenn ich den motor anstarte und uns in bewegung setze. gedenke doch meiner, ich kann mich ohne dich, ohne deinen unerschöpflichen kräfte nicht mal bewegen. soll ich denn zu fuß ins freibad gehen? bei der hitze? da hole ich mir ja einen hitzeschlag, und außerdem viel zu heiße und übel riechende schweißfüße.

25 Mai 2007

über das doping

nun ist es also raus, was umseitig und von vielen vermutet wurde, ja sogar die spatzen bereits von den dächern pfiffen. sie kamen unlauter zustande, die siege der großen schleife, unlauter und medikamentös. und nicht nur die. der kollektive aufschrei hält sich in grenzen. sicher aufgeregte kommentare werden verfaßt, eilig einberufene ethikräte fordern die absetzung der verantwortlichen funktionäre, im falle des österreichischen olympischen kommitees sprach man sogar von einer 16jährigen sperre. ob radfahrer, langläufer, sprinter, schwimmer und marathonläufer, sie alle und wer weiß wie viele andere sportler noch bedienten sich den medizinischen und biotechnologischen labors um ihre vielfach bewunderten, viel beklatschten und staunend zur kenntnis genommenen siege und rekorde zu erzielen. es ging nicht anders, so lautet eines der eilig gebrachten rechtfertigungsstatements, oder es war nur ein singlärer versuch, den ich bald aus gesundheitlichen gründen abgebrochen habe. (wer erinnert sich noch an die legendäre rechtfertigung des schiespringers goldberger, der ob seiner überführung kokain geschnupft zu haben, der interessierten öffentlichkeit folgendes zum besten gab, ja, er habe das probiert, aber daraufhin wäre ihm furtbar schlecht geworden.)
frappierend an der ganzen zur zeit laufenden angelegenheit, ist das achselzucken, mit dem die p.t. öffentlichkeit die enthüllungen zur kenntnis nimmt. ahnte sie schon länger, daß foulspiel zum sport einfach dazugehört? die funktionäre versuchen den zuschauern stets glaubhaft zu vermitteln, sport sei ein elfenbeinturm, in dem der beste gewinne, und die geschlagene konkurrenz dies neidlos akzeptiere, und diesem auch noch in der stundes des triumpfes applaudiere. hmm. profisprot, die männer und frauen sportler leben vom sport; er ist ihr beruf und ihre lebensgrundlage. was bei groß- und kleinkonzernen recht (schmiergeldskandale bei siemens, korruption und bestechung in nahezu jeder branche) kann im sport nur billig sein. gleichzeitig vesuchen sie perment ihre eigenen fehltritte zu vertuschen und sie außerhalb der bürgerlichen gerichtsbarkeit zu halten. (das ioc ist in dieser disziplin bereits sprichwörtlich geworden, der fifa und ihrem schweizerischen präsidenten werden ähnlich unlautere praktiken schon seit vielen jahren nachgesagt.) bis jetzt hat sich noch niemand zu einer putz- und aufräumaktion gefunden.
sportler verhalten sich nicht anders, als viele andere menschen, die unter druck hochleistungen erbringen müssen. bei ihnen ist dies verboten, wird kontrolliert und bei verstoß geahndet. wohl auch zurecht, schließlich setzen sie ihre physische gesundheit bzw. leben aufs spiel, (viele sportler sind aus unerklärlichen gründen kurz nach beendigung der aktiven karriere verstorben, wohl eine folge langjährigem dopings) und animieren mit ihrer vorbildwirkung jugendliche sportler ebenfalls in den medizinschrank und damit in den frühzeitigen tod zu greifen. gleichzeitig ist aber der medikamentenkonsum von ärzten, obwohl bekanntermaßen orbitand, immer noch ein tabu. keiner kümmert sich darum, wozu auch, solange der arzt in seiner funktion funktioniert, läuft die gesundheitsmaschine rund. lästige fragen ecken da nur an, könnten das system blockieren. auch bei manager wird ihre zuneigung zu aufputschenden mitteln zunehmend bekannt. es ist schon ein toller hecht, jener, der 70 und mehr stunden in der woche arbeiten kann. ja das ist rechter arbeitsgeist, das ist moral. einer, der seine arbeit auch noch nach hause mitnimmt, die bilanzen mitten in der nacht noch prüft, und früh morgens seine muskeln im work- out stählt. wo ist hier bitte der unterschied zu den radlern, die alljährlich einen neuen rundenrekord bei der tour aufstellen, und dazu eben sich allerlei mittelchen inizieren. beide versuchen nur, den ständig wachsenden forderungen ihrer direkten und entfernteren umgebung gerecht zu werden. diese aber, geifernd nach rekorden wenden sich von den gefallenen helden ab, die ihre leistung erwiesenermaßen mogelnd verbesserten. jeder der selbst sportlich aktiv ist, kennt den leistungsbogen. zu beginn verbessert sich jeder schnell, die entscheidenden verbesserungen aber, die es ihm erlauben, an die weltspitze anzuschließen, sind nicht nur mühseligst, arbeits- und trainingsintensiv, sondern auch an körperliche dispositionen gekoppelt, die wahrlich nicht jeder spitzen- und profisportler besitzt. also ....
um aus dem teufelskreis, sensationsmeldung neuer rekord, dahersteigende zuschauerzahlen, daher gesteigerte aufmerksamkeit auf die jeweilige sportart, daher erhöhter druck auf die athleten herauszukommen, hilft wahrscheinlich nur kompromislose aufklärung genau dieser zusammenhänge und ein gesteigertes problembewußtsein auf seiten der medien, der athleten und der sportler. das heißt aber auch, die jagd auf rekorde aufzugeben. (diese unsitte habe ich in einem der letzten posts bereits besprochen). gleichzeitig muß die p.t. öffentlichkeit auch ihre eigenen vergehen stärker ahnden, also die oben genannten untugenden in wirtschaft und öffentlichen leben.

08 Mai 2007

über die zeit

eigentlich eigenartig. die einen haben viel zu wenig davon, die andern viel zu viel. mal ist sie schon vorbei und man möchte den fliehenden drachen noch am schweif packen, aber dahin entschwebt er, noch ein paar kleine feuerszungen von sich hustend, mal kriecht sie dahin wie ein nacktschneck, gräßlich anzusehen und ebenso gräßlich langsam, sich abmühend jeden zentimeter ihres weges. die zeit. und das, obwohl wir alle wissen, es ist für alle gleich viel da genau gleich viel. die erde dreht sich für alle gleich schnell um sich selbst, einmal in vierundzwanzig stunden. ebensolang dauert für jeden ein tag. aber er ist unterschiedlich lang. man bequeme sich nur zu einer kleinen umfrage unter den zeitgenossen.
ebenso unterschiedlich viel ist die zeit wert; der zeitgenossen. manchmal ist zeit billig zu haben, sie wird praktisch verschleudert, von anderen wiederum ist sie praktisch unbezahlbar. wer legt dies fest? gute frage, keine ahnung. ich vermute, irgendwo auf den paneten sitzen graue männlein, die die erde rotieren lassen und gleichfalls den wert der zeit für jedermann (und jederfrau) quantifizieren. tonnen von tabellen liegen in dem viel zu kleinen bureau herum, die ständig mit bleistift überprüft und korrigiert werden. ein richtiger zeitaktienhandel ist das. manchmal steigt jemand aus nicht näher erörterbaren gründen in der gunst eines der grauen männlein, und schupps, seine zeit wird plötzlich tremend kostbar, ja fast unbezahlbar. andere dagegen, die sich eines nichbekannten vergehens schuldig gemacht haben, sinken rapide und sind gezwungen, ihre zeit zu verschleudern.
in einem punkt sind unsere kleinen männlein mit uns alle aber gnädig. sie erlauben nicht, daß wir untereinander mit der zeit selber handel treiben. das wäre ein merkantiler trara, verkaufe ein monat hab noch so viel davon, der handel teibt das monat in die höhe, ein schüler, der kurz vor einer wichtigen prüfung steht, und seine lerndefizite erkennt, will sich aufschub erkaufen, aber da ein aktienhändler sieht seine chance und will zugreifen, aber nein, ein todkranker will sich zeit erkaufen, seiner gewaltige hinterlassenschaft zu ordnen, und so geht es dahin. gnade, wer da heil herauskommt.
wir sind nach wie vor gezwungen, zeit via arbeit quantifizierbar zu machen. und damit das übel in kauf zu nehmen, wessen zeit ist kostbarer, von denen die immer glauben sie hättet stets zu wenig, oder von jenen, die eigentlich genug davon haben. unser spieltrieb treibt uns dazu, genau jene als knapp zu klassifizieren, denen das von einer allgemeinheit zugeschrieben wird. ist so ähnlich wie mit dem baugrund. wo er knapp ist, da hat man mühe, diesen zu bezahlen, aber wo keiner hin will, da bekommt man bauland fast umsonst.
ja ich gebe es zu, ich verstehe von ökonomie sehr wenig. die prinzip der verknappung sind mir zwar klar, aber wie man das in die realität umwälzt, ist mir schleierhaft. vor allem bei dingen, die wir im prinzip alle gleich haben, wie zeit.
ah ja, ich höre da, zeit ist zwar für alle gleich aber nicht der nutzen der zeit. stimmt schon, aber wer legt den nutzen der zeit fest, etwa wieder unsere graunen männlein. nein nein, die sind schon mit der festlegung der zeittabellen mehr als beschäftigt, es muß da einen andere instanz geben, die das macht, oder auch nicht.
und was hat das alles mit der zeit zu tun. eigentlich nichts. die erde dreht sich für alle gleich schnell um sich selbst. und es geht die sonne auf und es beginnt ein tag.

07 Mai 2007

über die gerechtigkeit

die jurisprudenz kann dieser tage wahrlich nicht über mangelnde beschäftigungsfelder klagen. allüberall wird geklagt, gerichtert, vor dem kadi gezogen, untersuchungsgeausschußt und die gerichtsbänke durchgewetzt. daraus scheint sich schön langsam ein regelrechter sport zu entwickeln, ein richterlicher sport, man verwechsle das nicht mit einem ritterlichem sport. das ist was ganz anderes. bloß schade halt, daß man nicht selbst plädoyers halten kann, dann würde sich das ganze in einen rethorikwettbewerb hinentwickeln. das hätte zumindest witz und würde die sprachlichen ausdrucksformen der p.t. herr- und damschaften entscheidend heben. hatte sich doch vor kurzem der italienische ex nationaltrainer über die sprachlichen mangelqualitäten seiner schutzbefohlenen echauffiert nebst ihrer ungehobletheit im allgemeinen. und was den hochbezahlten fußballkickern recht, das ist dem gaffenden publikum billig. also geht unser extrainer auch bei diesen von rethorischen mangelerscheinungen aus. also rethorikexpreßkurse via gerichtsplädoyers für alle.
als primäres unterfangen, auf den weg dorthin gilt es, mißverständnisse aus den weg zu räumen. fangen wir damit an: das grundsätzlichste mißverständnis im verständnis mit der jurisprudenz ist adss verwechseln von recht und gerechtigkeit. obwohl vom wortstamm her und von der sprachlichen wurzel gleich , meinen doch beide begriffe verschiedenes. als beispiel diene ein nahezu klassischer fall. da streitet ein gartenbesitzer mit seinem um dessen viel zu hoihen baum, der jenemlicht und aussicht versperrt. man wird sich, trotz der nichtvorhandenen versuche nicht einig und zieht vor gericht. so, und was passiert jetzt? jetzt versucht jeder der streitparteien, den richter cvon der richtigkeit seiner persönlichen version zu überzeugen und sich damit gerechtigkeit zu verschaffen, da er ja unrecht behandelt wurde bzw. wird. gerechtigkeit wird das nie und nimmer. jeder versucht nur, seine version seiner persönlichen wahrheit sich vom obersten schiedsrichter sanktionieren lassen und damit dem anderen zu sagen: "siest du, ich habe doch recht!" und vizeversa. der richter aber, nimmt diesen individuellen fall und untersucht, ob es in dieser sache ein gesetz gibt, oder einen ähnlich gelagerten fall, um anhand von denen zu unterscheiden. er trifft keine allgemeine aussage (zumeist halt), sondern nur eine, diesen ganz konkreten fall betreffend. aus diesem grund fallen gerichtsurteile auch häufig anders aus, als das, was der gemeine menschenverstand in dieser sache als gerecht empfände. das recht ist also ein aktiver prozeß, der einen konkreten fall auf seine rechliche lage hin prüft und daraus seine entscheidung bezieht. gibt es keine rechtliche lage, so muß meistens auch das urteil ausbleiben, auch wenn es gehörig ungerecht erscheint.
gerechtigkeit aber ist eine beschreibung eines zustandes eines größeren ganzens. meist meint man ein mehrere zusammenlebende personen oder ein ganzes volk. unser verständnis von gerechtigkeit basiert auf einer art gleichgewichtssystem, in der jeder seinen angestammten platz finden und diesen auch behalten darf. willkürliche verschiebungen innerhalb dieses systems werden als ungerecht empfunden. wenn z.B. ein familienmitglied bzw. eine ganze volksgruppe ausgestoßen oder nicht anerkannt wird, bezeichnet man das meist mit dem ersten impuls als ungerecht. in diesem fall hilft es meist wenig, wenn ein schiedsrichter daherkommt, und mittels urteile eine der parteien zur raisson bringen will. nicht daß er das nicht tun soll, nein, er ist sogar dazu verpflichtet, wenn es die gesetzeslage erlaubt, sonst würden wir in der anarchie, also recht des stärkeren, landen. aber er kann dabei nur eine art pattstellung erreichen. wirkliche gerechtigkeit kann sich nur dann einstellen, wenn das gleichgewicht wieder hergestellt ist, und das setzt einsicht und demut voraus. zwei rar gewordene tugenden. erst wenn alle parteien einsehen, was sie da gerade tun, und dies dann ändern, kann sich gerechtigkeit einstellen. daher sieht man auch die schutzgöttin der gerechtigkeit mit verbundenen augen und einer pendelwaage, die das gleichgewicht anzeigt.

03 Mai 2007

über das bizarre

wollen sie berühmtheit erlangen? dann lassen sie sich doch in plastik gießen; oder noch besser, nach ihrem ableben, lassen sie so ich doch in ein kunstwerk verwandeln. vergessen sei aber bitte nicht, noch hurtig ihre dna abnehmen, man weiß ja nie, vielleicht erleben ja gerade sie als klon einen zweiten frühling, sommer, herbst und, ja auch winter, auf diesen oder eben einen anderen planeten. herbei, herbei, kommen sie doch näher, nicht so schüchtern, sehen sie sich das ganze genauer an. es kann ihnen nichts passieren, es kostet nur ihr leben. nur ihr kleines, unscheinbares dasein. mit unserer hilfe wird ihr gewesenes dasein erstrahlen und erglänzen. sie reisen um die welt (nein fürstenfeld lassen wir aus), alle metropolen dieser welt inkludiert, bloß schade, daß sie nichts mehr mitbekommen.
kommt ihnen das makaber vor, ja, na gott sei dank, noch ist nicht alles verloren. die menschlichen kunstwerke des herrn van hagen zählen bereits zu den realien dieser welt und reisen tatsächlich um den erdenrund, dabei treten sei als statisten in trendigen filmen auf (im neuen bond film z.B.) die klonerei läßt noch auf sich warten, hoffentlich noch eine weile. inzwischen gibt es eine neue methode der bestattung: die gefrierbestattung. man läßt sich in flüssig stickstoff einfrieren, in der hoffnung, irgendwann in näherer oder ferner zukunft kann man diese schockgefrorenen leichen dann zu neuem leben erwecken. na, die hoffnung stirbt wohl immer noch zuletzt. unsterblichkeit im zeitlalter der scientifischen revolutionen, oder zumindest der traum davon.
das ungleichgewicht zwischen den schichten, denen die viel haben und den anderen die wenig haben wächst. und wächst, und wächst. und uns fällt doch tatsächlich nichts besseres ein, als uns selbst schockzugefrieren. hmmm. gäbe es die humanitas nicht bereits, man hätte mühe, sie neu zu erfinden.
andererseits heißt es allerorts, sie sei nicht länger leistbar. also zahlen, die können und die anderen? naja, vielleicht ... ja wenn sie denn eine leber oder eine niere abzugeben hätten, dann könne man ja schauen.es ist überhaupt so eine sache mit den gesundheitshandel. in den industrieländern gilt es als das wichtigste gut überhaupt, zumindest für jene, die nicht mehr in ihrem vollbesitz sind, andererseits hört man allerorts, gesundheit für alle sei nicht länger bezahlbar. die einen, die es sich leisten können, haben kein problem und die anderen? naja wenn sie vielleicht eine niere oder eine leber abzugeben hätten, da könne man ja mal schauen. soweit sind wir noch nicht, aber immerhin dort, wo ärzte entscheiden müssen, ob ein vielleicht komplizierterer, jedenfalls kostspieliger eingriff noch ökonomisch sinnvoll ist oder nicht. also man wertet 50 gipshaxen gegen eine knochentransplantation auf.
bald muß der legendäre eid des hippokrates neu formuliert werden. tun wir halt dann doch nicht, der schein soll doch gewahrt bleiben.
jene, die keine chanche mehr haben , können berühmtheit erlangen. wie? siehe oben.


01 Mai 2007

über den erfolg


und sie rannten wieder, hechelten, schwitzen für die höhere ehre. die läufer, die alljährlich ihrem griechischen vorbild nacheifern und ein pendant der berühmten strecke von marathon nach athen nachlaufen. in diesem fall verläßt die strecke die hauptstadt wien nicht. auch wird eine lebenswichtige nachricht übertragen, wie damals, als ddie perser vor marathon geschlagen wurden. nein, es geht den läufern um des laufens willen. ziel ist es, den asphaltwurm in möglichst kurzer zeit hinter sich zu lassen.
das ist zwar einigermaßen seltsam, heißt es doch, die natur verfolge das prinzip der energieeffizienz (möglichst viel nutzen durch möglichst wenig einsatz), doch scheint dieses naturprinzip für die spezies humanitas nicht zu gelten. wie auch immer. man lief also um die wette, inmitten der stadt. man zählte eine rekordbeteiligung an startern, eine erkleckliche anzahl an interessierten zuschauern und ja sogar das wetter spielte mit, sonnenschein, aber erträgliche temperaturen. alles eitel wonne, möchte man meinen. mitnichten. die veranstalter gaben sich sehr betrübt, ob der tatsache, der streckenrekord war zu keiner zeit in gefahr. was war passiert? die spitzengruppe beobachtet sich gegenseitig. niemand wollte alleine davonziehen und dadurch den sieg verspielen (eigentlich vernünftig und verständlich) aber das kostete halt dann die entsprechende zeit. dem sieger wars offensichtlich egal, dem veranstalter nicht.
die rede war, wenn nicht rekorde fallen, würde die weltöffentlichkeit keine notiz von der sache bzw. veranstaltung nehmen. keine notiz? rekordbeteiligung an startern? nun, ich gebe zu, mir ist derartiges schleierhat. die beanstandung betrifft eine nüchterne, abstrakte zahl, nochdazu aus einem der vergangenen jahre. und das soll referenz für das sein hier und heute sein? gilt das eigentlich für die starter auch? ihre zahl vom vorhergehnden jahr zu unterbieten? diesen spaßfaktor verstehe ich nicht. ich messe den spaß, je niederer die zeit, desto höher der spaß. das dünkt mich ein praktischer, merkantiler zusammenhang. das läßt sich ausbauen: je höher der preis (eines gewünschten gegenstandes) desto höher der spaß (damit).
das spielerische moment scheint keinen platz in diesen einfachen gleichungen zu haben. und in der tat wird es einfach ersatzlos gestrichen. nicht nur der sport weiß ein lied davon zu singen: es zählt nur der sieg, egal wie er zustande kam, auch kunst un kultur scheinen davon infiziert. wichtig ist, wenn jemand darüber berichtet. ein film ist nur dann gut, wenn dieser einen, besser mehrere, preis gewonnen hat.
bezichtigen und gegenfragen, welche wir befinden uns also in einer leistungsgesellschaft. wenn jemand noch davon redet, die aktuelle zivilisation sei eine spaßgesellschaft, kann man diesem getrost der unwahrheitabsichten er mit dieser verschleierungsstrategie verfolge. von dieser warte aus gesehen, hat jeder beobachter einen leichten stand. es ist ein einfaches, zwischen gewinnern und verlieren, zwischen erfolgreichen und erfolglosen zu unterscheinen. richtmarken sind immer abstrakte zahlen. der interessierte braucht nur zu wissen, ob in der jeweiligen disziplin nun eine höhere zahl gewinnt oder eine niedere. so einfach ist das.

09 April 2007

über den hasen


es ist die zeit für freund meister lampe, allerorts erscheint er, abgekonterfeit in geschäftslokalitäten, in magazinen und tv stationen. fröhlich hoppelt er als sein stoff- alter ego quer durch die kinderzimmer in die schlafstätten der kinder. herr hase, (bitte nicht mit dem historischen herrn haase zu verwechseln, dieser weiß bekanntlich noch immer von nichts) er tritt auf, und es kann dann ostern werden. sein beitrag zur auferstehung jesu ist noch immer nicht vollständig geklärt, das hindert ihn nicht in stoff-, schokoladen-, marzipan-, kuchen- und, als erschlagene realform beim metzger, ständig aufzutreten.
bringen wir ein wenig licht in die geheimnisvolle osterpaarung. was tut der hase zur sache, weiß er von etwas. aufgesucht und ihn befragt, habe ich feststellen müssen, eigentlich gar nichts.
beliebt unter jenen, die alles immer wissen, ist jene erklärung, welche auf die germanische göttin ostara verweist deren symbole der hase und das ei ist. man beachte den gleichklang ostern und ostara. ja und dann noch hase und eier, also der eierlegene osterhase. damit bist du, pasqualischer hase dingsfest gemacht, wir sind dir auf die schliche gekommen. naja, eigentlich nicht, den das war ein heidnischer brauch, der halt übernommen wurde, hat mit dem christlichen fest nichts zu tun. aber eigentlich egal. er erfreut uns immer wieder, jedes frühjahr, der hase.
möglicherweise freut sich ein jeder, nach der langen und entbehrungsreichen fastenzeit auf einen fetten hasenbraten. dies würde die poplarität unseres belöffelte freundes erklären. ihn selbst würde das naturgemäß wenig freuen, aber der braten ist des hasens los. oder aber, ohne den hasen sind wir den braten los. ach was, lassen wir den hasen los, sonst hat der braten keine soß.
wir haben die henne noch nicht besprochen. sie ist definitiv der ostereierlieferant, ob frei- oder legehaltung lebend. tut sie sonst noch was zur sache, vielleicht als heimlich färberin ihrer eigenen produkte. nein, das wird wiederum den hasen zugesprochen, womit wir wieder beim pelzgeicht wären. das gackermaul mault gackernd ob der bevormundung, ostern ist hasenszeit. ein has macht noch keinen frühling, doch saß ein has beim münchner maß, ostern ward dann doppelt klass.

01 April 2007

über das graswachsen hören


es war heuer eigentlich nicht möglich, inbrünstig zu singen, "leise rieselt der schnee …"; wie allgemein bekannt hats weniger am riesling mehr am schnee gemangelt. nichts desto trotz behaupte ich hiermit, wir haben nichts verpasst, schließlich hätten wir das geriesele sowieso nicht gehört. wir haben unsere ohren alle zusammen auf "mute" auf stumm geschalten. ist die einzig mögliche reaktion auf die impertinente schallberieselung allerohrts. vom supermarkt redet ja kein mensch mehr was, an die beschallung haben wir uns leidlich gewöhnt, auch an die neuerdings praktizierte mode, nicht nur musik sondern werbeschaltungen für irgendwelche angebote und produkte zu posaunen. aufzüge und, ja die sind nervtötend, die warteschleifen der öffentlichen und weniger öffentlichen behörden. schon mal in genannte schleife der wiener gebietskrankenkasse geschlittert? daraus gibt es kein entrinnen mehr.
der trend geht eindeutig, soviel konnte ich bis jetzo feststellen, zur klingenden warteschleifenstimme. wahrscheinlich soll sie einlullen und den ersten zorn, den wohl jeder in sich verspürt, wenn er genötigt wurde, auskünfte bei den behörden zu erbitten, abzumildern. eine steuerberatungsstelle also, verweist in ihrem letzten rundschreiben extra auf ihre neue schleifensprecherin, der synchronsprecherin von irgendeiner darstellerin aus "sex and the city". ja ich gestehe, ich habe die reihe nicht gesehen, habe also keine ahnung, um welchen meilenstein merkantiler gebahrung es sich hierbei wohl handelt.
die aktustische umweltverschmutzung nimmt immer krassere ausmaße an. wann hatte man das letzte mal das vergnügen, den wiener rathausplatz stumm zu erleben? muß sehr lange her sein. wie hört er sich an, der platz mit seinem ritter, wenn so gar nichts lautsprechert und megaphont, niemand animiert, dirigiert und musiziert. ich weiß es nicht.
lärmende kinder dagegen, sind ein problem, ein großes in der tat. man möge die parkordnungen konsultieren, und sich ihre pendanten, jene der mietshäuser zu gemüte führen. ja, schreien, brüllen und lachen, ist lärm. ich schätze das liegt daran, daß man den am einfachsten abstellen kann, ein zwei verbote reichen aus. und schon hat man ruhe? der straßenverkehr, das goldene kalb, darf weiterhin munter vor sich hinlärmen, ohne daß sich jemand daran stößt. ach ja, richtiger einwand, zunehmend werden lärmschutzwände gebaut, auf autobahnen und in der tat auch in den städten. sinnigerwerise baut man auch gleich die spielplätze an den straßen, damit die kinder und die autos um die wette lärmen können. die abgase sind doch kein problem, man muß sich schließlich abhärten.
die lärmgeplagten städter schwingen sich am wochenende in ihre pslautstarken kisten und brausen über besiedelte landstraßen in irgendwelche nester, um dort ihre nerven zu beruhigen. in der pension angekommen stellen sie mit erschrecken fest, daß des bauern hahn morgens unm fünf in einer lautstärke beginnt zu krähen, die den bedauernswerten ruhesuchenden aus den federn haut. das muß verboten werden, eine klagesschrift wird flugs aufgesetzt und dem bürgermeister zugestellt. und die muhenden kühe und vor allem die kirchenglocken, die stets sonntags die wohlverdiente ruhe stört. das muß aufhören. sofort.
man braust am sonntagabend wieder zurück, in die stadt. das autoradio bis auf anschlag voll aufgedreht. man steht in der völlig überfüllten u-bahn, plötzlich, wie aus dem nichts, kräht laut ein hahn. sochend blickt man sich umher, das aufgescheuchte tier zu erhaschen. zwecklos, es ist nur ein klingerlton eines mobiltelephons. verstehe einer diese welt.

30 März 2007

über das teilen


da es nun einmal mode ist, auf descartes einzudreschen, will ich mich dieser sportart nicht entziehen. überhaupt stellt der zeitgeist fest, (habe beim besten willen noch nicht feststellen können, wer hinter dieser ominösen persona zeitgeist steckt), die aufklärung hätte gefälligst nicht stattfinden sollen, die verwissenschaftlichung es lebens sei etwas zu tiefst beklagenswertes. nun schon klar, technologie und fortschritt bringen naturgemäß nicht nur vorteile mit sich, aber eben auch solche. zahnschmerz ohne technologie, eine schmerzhafte sache, oder nicht? ich denke da an die grausigen schmiedezangen mit denen früher zähne gezogen wurden.
aber zurück zu descartes, was sei also der grund, jenen zu hauen? doch nicht etwas sein legendärer satz. ja genau der, der fehler seines satzes liegt in einem fehlerhaften verb, korrigiert müßte der satz lauten: ich habe, also bin ich. das sein, pfff. was soll das sein, nein, nur das was man besitzt zeigt deutlich an, hier ist jemand, der besitzt, ergo ist er da. oder? das würde dann ungefähr so aussehen, ein mords haufen von mehr oder weniger dingern, so sachen halt wie häuser, autos, jachten, bücher, man ergänze nach belieben; auf diesen haufen eine person wahlweise beiderlei geschlechtes sitzend, bzw. thronend möglichst noch mit irgend einem von den dingelchen in der hand als zepter und hinabdonnernd, siehst du wurm denn nicht all diese sachen, was zweifelst du dann an meiner existenz? ungläubiger, man mag der polternden figur schüchtern entgegenhalten, all die sachen wären auch dann noch da, wenn dieser halt nicht mehr wäre, worauf gebieterisch einhalt geboten wird, man möge doch schweigen, auf solch haarspalterische überlegungen lasse sie sich nun wirklich nicht ein. gut denn, die figur existiere, ich habs verstanden. und je größer der haufen wird, desto deutlich sichtbarer und sicherer ist das so. aha. eigentlich klar oder, da ist ein haufen, der größer wird und alle leute können dies sehen, ja wenn denn da ein haufen ist der größer wird, muß es doch zwangsläufig einen geben, der den haufen größer macht. eigentlich logisch. und dieser jemand, der da den haufen stetig und emsig größer macht der ist logischerweise da, für alle die den haufen sehen ersichtlich.
wenn dieser haufen aber kleiner wird, schwindet dann die existenz, da offensichtlich derjenige fehlt, der den haufen größer macht (siehe oben). das heißt also, jede verkleinerung des haufens ist gleichzeitig eine lebensbedrohliche aktion, da die eigene existenz massiv in frage gestellt wird; für jedermann (jaja schon gut: … und für jederfrau) ersichtlich. die hand die behände schaufelt fehlt, und mit der hand die ganze person, die an dieser hand hängt. damit wird einleuchtend, warum ein konkurs eine derart erschreckendes phantom ist: existenzbedrohend. völlig einleuchtend.
und jetzt kommen irgendwelche prediger und gutmenschen daher und regen an, ja fordern sogar noch, man möge doch seine habe teilen, mit jenen, die nichts haben. ja sind die den geistesgestört. haben diese die grundregeln der existenz den nicht verstanden, muß man sie um diese menschen sorgen machen. damit grabe ich mir ja mein eigenes grab, wenn ich meinen haufen willkürlich verkleinere. das kommt ja dem selbstmord gleich, wenn ich meine eigene existenz in frage stelle und das ist bekanntlich sünde. das heißt, teilen ist sünde.

28 März 2007

über die kommunikation


die ganze welt sei rede. nein zitiere hier nicht shakespeare falsch, dessen geflügeltes wort der welt als bühne man nun wirklich überall findet. vermutlich rotiert er schon seit geraumer zeit im grabe nicht mehr ob mehr oder weniger schändlicher zitate, völlig sinnlos, ihm würde dabei nur heftiger schwindel erfassen.
die ganze welt also sei rede. so behaupten alle experten der gesprochenen, geschriebenen und gedruckten sprache, der kommunikationsforscher. der was eigentlich? ja von was reden wir überhaupt. gute frage. viel wird darüber geschwätzt, viel gedruckt und eigentlich wenig gesag: was sie denn überhaupt sei, die vielgenannte, oft beschworene und vielumworbene kommunikation.
komm-unicare; unico: das eine, common teilen bzw. verteilen, also das eine teilen bzw. verteilen. so könnte die wörtliche übersetzung von kommunikation lauten. das eine einzige verteilen; also einen singulären gedanken, den einer so hat anderen mit-teilen, sie anteil an diesem gedanken haben lassen.
da setzt natürlich einen gedanken, eine nachricht oder sonst etwas wesentliches voraus. man kann dann andere anteil an diesem haben lassen. was aber, wenn genau dieses wesentliche oder einzigartige fehlt. dann kann man nicht von kommunikation sprechen, würde man laut obiger definition gerne einwenden.
weit gefehlt, im gegenteil, genau da beginnt die moderne kommunikation. sprechen obwol man nichts zu sagen hat, gilt als die erlesenste form der unterhaltung. ja ja, die herrschaften aus politik und wirtschaft glänzen in dieser disziplin, wenn interviewer ihnen lästige fragen stellen. sie scheinen eine art avantgardestellung in dieser frage einzunehmen, wie rede ich eine viertel stunde, ohne daß ich auch irgendewas konkretes sage, auf das sich später andere berufen könnten. wahre meister der vernebelungstaktik finden wir hier. sprache dient nicht mehr des austausches, sondern der füllung. es gilt zeit zu überbrücken, sendezeit, zeit der stille. wer still ist, hat nichts zu sagen, der wird nicht gehört.
das heißt eigentlich geht in der welt der kommunikation nicht länger um austausch, wie die ganze zeit gesagt wird (vernebelungstaktik!) sondern um aufmerksamkeit zu erregen. schaut her hier bin ich und ich habe etwas zu sagen. was das ist, sage ich euch nicht, damit die spannung stehts hoch bleibt und außerdem weil ich halt selber auch nicht weiß.
selbiges gilt für talk shows im fernsehen. dabei fällt sowieso auf, daß quasselsendungen immer mehr überhand nehmen. allerorts wird getalkt und gesprochen, aber leider nichts gesagt.
wer nun nichts sagt, weil er möglicherweise wittgensteins rad beherzigt, der existiert in der medialen wirklichkeit nicht. un oh graus, diese wirklichkeit tritt immer mehr an die stelle realen. wir werden uns also gewöhnen müssen, an permanten aufgeregt plappernde aufgedonnerte gestalten die im fernsehen, im internet, im virtuellen realitäten und auf den straßen und gassen der städte nichts, aber auch gar nichts sagen. aber das dafür sehr laut. von wegen mitteilen.

15 März 2007

über die fastenzeit


es ist nun in aller munde, das abnehmen und gesunde ernährung. jedes medium käut es wieder und würgt bei bedarf das zerkleinerte empor, um eventuelle leere seiten zu füllen. (macht sich halt nicht gut in den ehernwerten printmedien, die leeren seiten). man ernähre sich also gefälligst gesund, so der tenor der kassandra rufer, die ja häufig selber wasser predigen und wein …, nun ja, man kennt das. plötzlich sei alles gift, was unsereins so täglich zu sich nimmt, man könne so gar nicht überleben, und wenn schon dann höchstens einige tage. kuren werden in angriff genommen, tagelag nur krautsuppe gegessen, damit der körper entschlacke. meines wissens ist schlacke ein begriff, der aus der eisenverarbeitung kommt. das ist jener nichteisenteil, der sich vom roheisen absetzt. so ähnlich wird sich auch im körper unerwünschte dinge absetzen, nehmen wir einmal an, diese gelte es nun, los zu werden, entzuschlacken sozusagen. die frage nach dem warum des ganzen prozedere stellt sich gar nicht erst; der winter war lang, der gleichnahmige speck nun sehr breit, das frühjahr kurz und im sommer hat man gefälligst mit bikinitaille am strand zu glänzen, und sich genüßlich aalend in der sonne zu räkeln.
nun gilt es, sich anzustrengen und sich sommer- bzw. bikinifit zu stylen (tolles wort nicht?) dazu also die fastenzeit. eine künstlich aufoktroyierte hungerkur, zu dem behufe, ein angenommenes optimalgewicht zu erreichen. man hungert also vor sich hin, leidet dabei wie ein hund, allein schon der duft von essen, läßt die magensäfte gerinnen und das hirn mit säuerlichem aggressions- adrenalin vollaufen. eine üble kombination. kein wunder also, man wird zum unperson abgestempelt und für die dauer der selbst auferlegten qualen in das soziale eck gestellt.
ähnlich ergeht es jenenzeitgenossen, die sich aus einem verwandten grund einer gewissen zeit dem alkoholgenuß entziehen. man erhält ziemlich schnell das prädikat "nicht gesellschaftstauglich" und die ungedulige zeitgenossenschaft erklärt den unglücklichen für die dauer seiner behandlung als miesepeter und partyverderber.
man tue also gut daran, bei dero selbstversuchen die eigenen vier wände tunlichst nicht zu verlassen, anderenfalls sind unliebsame soziale überraschungen unvermeidlich. als trost sei allen gesagt, die soich dem purgatorium fasten unterziehen, alle anderen habe das ganze noch vor sich.
kann fasten eigentlich dick machen? ja, falls man diese frage einen buchhändler stellt. man beoachte mal die meterware fastenbücher in buchhandlungen und bibliotheken. ich habe des öfteren den eindruck die p.t. leserschaft sei felsenfest davon überzeugt, allein vom lesen dieser elaborate würde man beträchtliche pfunde und kios verlieren. stimmt auch. als effiziente kur rege ich an, man solle den abmagerungswilligen mitsamt eiern meterware einschlägiger literatur in eine kabine sperren, (ohne nahrung natürlich) und ihn erst wieder herauslassen, wenn alle bücher ausgelesen sind. spindeldürr und völlig wirr im kopf würden die betreffenden dann der zelle entspringen.

03 März 2007

über den lenz


hurra, hurra, der lenz ist da. moment mal, kann mich nicht daran erinnern, daß mal winter war. auch egal. was bringt der lenz. nun allergiesche hautpartien schlagen aus, die parlamentarier zu und die hungrigen esser nach, jeder nach seiner fassion. der schiehandel meldet übrigens herbe verluste im diesjährigen wintergeschäft, schon raunen stimmen, man sollte doch mehr schiehallen in den städten installieren, damit die jugend nicht das schiefahren verlerne; die kundschaft von morgen ist in gefahr. jaja, ein rückgang der schiewilligen jugendlichen ist zu verzeichnen, kein wunder, bejammert man doch allerorts eine immer stärker werdende schieflage zwischen alt und jung, zu ungunsten der jungen. neuerdings beginnen sich die jungen vor zusammengerottete banden von rüstigen senioren zu fürchten, die den punk der achziger und den techno der neunziger wieder aufleben lassen, und angestammte marktplätze für sich beanspruchen "hej bettnässer, was guckst du so blöd". ich sehe vor mir die bilder der clans von 65 jährigen, die grölend und singend volltrunken die busse und bahnen bevölkern, alle mädchen in greifweite begrabschen und eben, sich einen lenz machen. der lederdress paßt übrigens vorzüglich zu der solariumgegerbten haut, die eigentlich mehr an langgediente seemänner, als an pensionierte beamte erinnert. he und was ist das, da krallt sich doch glatt ein pensionist auf einem skateboard mit seinem gehstock an die fahrende straßenbahn fest, ob das gut geht?
neulich laß ich einem interview der anteil der reiferen frauen, also jener über 50, die sich einen jüngeren lover zulegen nehme stetig zu. als begründung gab die rüstige (hmm darf man in diesem zusammenhang eigentlich von rüstig reden?) dame (hmm auch ein problem) an, di ejüngeren männer genießen eben gernau die gleichen vorteile, die früher jüngere frauen genossen, die einen wesentlich älteren partner hatten, also finanzielle unabhängigkeit bis hin zu wohlstand des partners, welterfahrung (braucht man wenn man eien rese tut), und die plastische chirurgie. ja, ein hoch auf die medizin. die skalpellmesser und collage- und gelsackerl ermöglichen den einzug des zweiten lenzes im leben. botrox (lähmt halt nur ein bisschen das gesicht), lifting und absaugung (nein, nein nciht doch, nicht mit dem staubsauger, das tut ja weh, nein, oh mein gott): die zugangscodes zum leben 2.0, please be welcome, have a seat and a drink.
ach ja, sie erwähnte auch naoch was von, die heutigen jungen männer seien alle von emanzipierten frauen erzogen worden, sie würden es schätzen, wenn ihre partnerin das heft in die hand nimmt. von mir aus gern, meine beschiedene vermutung dazu ist bloß, jeder hat halt gern ein sorgenfreies leben, notfalls auch erkauft. und daß die senioiren von heute finanziell gut situiert sind haben nicht nur die organisatoren von traumschiff erkannt. ein blick in die buchhandel beweist wieder einmal alles. internet für senioren, rollerskate, snowboard, cliffhangen für senioren, sex im alter, pubertät, kinderwunsch, partnertausch und dampfplaudern im alter, alles gibts. rüstig und lästig. i wo. alter nörgler. der spieß hat sich bloß umgedreht. jetzt machen die alten radau und die jungen maluen. die muppet show brauchen neue quälgeister. waldorf und stettler sind leider nicht mehr greifbar, die sind auf einem outdoortrip nebst canjoning, apnoetauchen, freestyle cityjumping und was weiß ich noch.
ich falle in ein wachkoma: mir träumt, mick jagger verkündet seine definitiv! letzte! tour! millionen von schaulustige pilgern in das stadion, das aus allen wänden platzt. die spannung steigt, die lichter erlöschen mit einem schlag, ohrenbetäubend laut erklingt (nein, das ist das falsche wort) donnert die fanfare, erin gejauchze und geklappere setzt ein, da gleißend helles licht taucht die bühne in weiß. jetzt erscheinen knappbemantelte tänzerinnen auf der bühne und ja sie schieben mick auf einem überdimensionierten rollstuhl in die mitte. dahinter tappelt ein älterer herr, offensichtlich ein doktor, der das infusionsgerät, an dem jagger hängt nachschiebt. das gejohle wird immer stärker, es hagelt auf der bühne, das publikum wirft gebisse und große windeln nach vorn. die begeisterung kennt keine grenzen. man trägt keith richards auf einer bahre zur bühne herein, ob er noch lebt, oder schon im jenseits residiert ist leider von meinem standpunkt aus nicht auszumachen, eaber die musik setzt ein, wer oder ws da spielt, keine ahnung. jedenfalls mick singt, oder tut so als ob, und ja richards hebt eine hand, cih mache einen gitarrenhals aus, der unter dem weißen leintuch verschwindet. ein gewaltiges röcheln sezt ein, dort in der ersten reihe fallen die seniorinnen reihenweise in ohnm... oder doch ..., jedenfalls die stimmung ist erheitert und ausgelassen, etwa ein viertel der besucher erreicht am ende die ausgängen...

05 November 2006

über das wetter

die engländer, ein liebenswertes volk. sie lieben das understatement, schwarzen humor und wetten. (hat jemand noch mehr klischees auf lager, bitte melden) und außerdem reden sie gerne über das wetter. es gibt in der tat nicht besseres, als sich über das wetter zu unterhalten, jeder kann mitreden, man tritt niemanden auf den schlips und es hat was verbindendes, da es alle betrifft. aufgrund der angenehmen eigenschaft, die das wetter hat, sich permanent zu ändern und sich niemals an die auguren (ihres zeichens meteorologen) zu halten, ist für stete spannung bei dero unterhaltungen gesorgt. ob es regnet oder schneit, beim wetter weiß jeder gleich bescheid. stimmt doch, oder? nun haben aber die die übergangszeiten, also herbst und frühjahr, von denen böse zungen behaupten, es gäbe sie nur noch der theorie halber, die unangenehme eigenschaft ihrer penetranten wechselhaftigkeit. man weiß am morgen nie, wie sich das weitere wetter entwickeln wird. also ist unsereins, der nicht mit einem fell ausgestattet ist, auf künstliche schutzkleidung angewiesen. und damit beginnt da problem virulent zu werden. welche jacke nehme ich mit, die warme winterjacke, eigentlich ist noch kalt in der früh, dann stet man also schwitzend im unterhemd in der mittagssonne und hat zwei jacken am arm und kommt sich wie ein eskimo am äquator vor. Man mag jetzt einwenden, das sei doch insegamt betrachtet viel besser, als man hätte ein permanentes fell, welches auf eine temperaturstufe zugeschnitten wäre und wenns wärmer wird hätte man halt pech gehabt. (siehe hechelnde hunde) ja ja stimmt schon, dem argument kann man eigentlich nichts hinzufügen. trotzdem ist die permanente jackentragerei und wieder -auszieherei auf dauer auch mühsam.
und überhaupt. mitten im november kann man noch himbeeren pfücken, und das in unseren nördlichen breiten. wo hat man das schon mal gesehen. der geneigte leser möge einsehen, auch das wetter ist nicht mehr das, was es einmal war. nicht kalt, wenn es kalt zu sein hat. die herrschaften der tourismusabteilung kommen aus dem stöhnen und schnaufen ob des warmen spätherbstes nicht mehr heraus. man fürchtet um die beginnene wintersaison. nicht warm wenn es gefälligst warm zu sein hat. ich erinnere mich noch zu gut an die lamentos des augustes, als man vom fatalen zusammenbruch der sommersaison angesichts der kühlen temperaturen sprach. darum merke: das wetter ist gut, wenn die tourismuswirtschaft dsa wetter für gut befindet.
ich sehe schon vor mir: tägliche prozessionen der tourismusabgesanten flankiert vom bauernbund zu ehren des hl. petrus, ihm gnädig und milde zu stimmen. wenn dies nichts nützt, werden die ersten blutopfer ihm zu ehren dargebracht, hasen, hühner, dorftrottel und ähnliches kleinvieh. die landbevölkerung versammelt sich auf dem dorfplatz stimmt einen montotonen singsang an, auf daß es schneie, die hotel- und liftbonzen allesamt in dickbefellte moonboots gehüllt, summen dezent im hintergrund stehend mit und verstreuen symbolisch mehl, es sei denn sie haben versehentlich ncoh kokain von der letzten hausparty eingesteclk, dann verstreuen sie halt das. kann ja nicht schaden. der oberdorfzeremonienmeister greift zum schärfsten messer und sticht das gellend schreiende opfer brutal ab. dabei ist der lärm sehr wichtig, je mehr das opfer brüllt, desto eher hören die für das wetter zuständigen heiligen die klagen dder bevölkerung. der chor der dorfbewohner wird lauter und das rote blut spritzt über die weiße meh- oder koksdecke - je nach dem. ob's hilft, naja.
die übergangszeit wird dann zu einer kult- und prozessionszeit. man führt derartige schauspiel auf, um de folgende winter- oder sommersaison zu retten.